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50 Jahre DATEXT – Alexander Koch blickt zurückDonnerstag, 18. Juni 2026

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50 Jahre DATEXT – Ein Blogbeitrag von Alexander Koch

Liebe Kunden, Interessenten und DATEXT-Familie, 

50 Jahre DATEXT. Wenn ich zurückblicke, wie alles anfing, fühlt sich das an wie eine Zeitreise in ein anderes Universum.

Mein Vater, damals Anfang 30, bekam das Angebot, den insolventen Schreibautomaten-Händler Supertyper zu übernehmen. Der damalige Geschäftsführer hatte sich – im wahrsten Sinne des Wortes – übernommen und war mit dem Auto tragischerweise vor einen Brückenpfeiler geraten. Mit geliehenen 50.000 DM und Bürgschaften von Oma, Opa und Mama ging das Abenteuer DATEXT los. Das gesamte Firmenvermögen bestand damals aus einem überschaubaren Stapel Leasingverträge für raumfüllende Schreibautomaten.

Wer meinen Vater kannte, weiß: Er war ein genialer Verkäufer. In kürzester Zeit ersetzte er die monsterhaften Altgeräte durch schlankere Modelle. Aber weil er eben ein verdammt guter Verkäufer war, verkaufte er die alten Kisten direkt wieder an andere neue Kunden. Heute würde man stolz „Refurbished“ dazu sagen. Sein unschlagbares Argument damals: „Die sind zwar riesig, aber sie machen viel mehr her und kosten nur die Hälfte!“

Ich erinnere mich noch gut an seine Demomaschinen: 1,20 Meter lang, 60 Zentimeter tief, zarte 25 Kilo schwer – plus Drucker! Wenn mein Vater die in den Kofferraum packte, hatte das Auto sofort akute Schlagseite.

Auch unsere Marketingabteilung war damals hochprofessionell aufgestellt: Sie traf sich am Wochenende im Wohnzimmer. Mein Vater schrieb die Werbebriefe, ich riss die Blätter ratternd aus dem Nadeldrucker, und Mutti tütete alles ein und klebte die Marke drauf. Die gigantische Auflage: stolze 100 Stück! In der Woche darauf wurde dann gnadenlos nachtelefoniert.

Der Durchbruch der Branchenlösungen

1978 kam der Wendepunkt. Ein Zahntechniker sprach meinen Vater an. Er brauchte ein Programm, das Rechnungen schreibt und am Monatsende eine Sammelaufstellung für den Zahnarzt ausspuckt. Die erste Branchenlösung war geboren!
Nur vier Jahre später klopfte ein Installateur an, der seine Großhandelsartikel einspielen wollte. Zack – Branchenlösung Nummer zwei.

Ab da ging alles rasant. Wir gründeten Niederlassungen in Essen, München und Kaltenkirchen – also dem weltbekannten Kaltenkirchen bei Hamburg, nicht bei München, aber gefühlt war damals ohnehin alles weit weg. Ein hochaktives Vertriebsteam gewann Neukunden am laufenden Band. Heute nennt man diesen Prozess im modernen Marketing „Cold Calling“ oder „Lead-Generierung“ – wir nannten es damals einfach knallhartes Steineklopfen.

Ende der 80er Jahre hatten wir so rund 2.500 Kunden erobert. Unsere damaligen Mitbewerber hießen KHK, Siemens Nixdorf, Sycaplan oder Taylorix. Alles riesige, scheinbar unbesiegbare Riesen. Und heute? Keiner mehr da. Wir haben sie alle überlebt!

Wohnmobile, Portis und der Windows-Schock

Dann ging die Mauer auf und die Grenzen waren offen. Blitzschnell wurde DATEXT Leipzig etabliert. Die Geschäfte liefen großartig. Die Menschen im Osten hatten Lust zu gründen – und Geld war auch da. Unsere Mitarbeiter reisten damals wie Rockstars im Wohnmobil durch die Ex-DDR und verkauften Software. Akquiriert wurde mit sogenannten „Portis“ – das waren zentnerschwere Aktenkoffer mit eingebauten Telefonhörern. Richtige Telefonleitungen gab es ja noch kaum.

Anfang der 90er hatte ich dann mein persönliches DATEXT-Debüt in der Geschäftsstelle in Essen. Mein Auftrag: Lohn- und Finanzbuchhaltungssoftware am Telefon verkaufen. Meine professionelle Einarbeitung bestand aus genau zwei Dingen: der Bedienungsanleitung beider Programme und einem dicken Branchenbuch. Gott sei Dank hatte unser Herr Huck irgendwann ein Einsehen und hat mir die Software dann doch mal persönlich erklärt. Mein damaliger Büronachbar übrigens: Unser heutiger Administrator Dirk Mühlmann, damals noch frisch im Vertrieb.

Mitte der 90er kamen dann unsere ersten Windows-Programme auf den Markt. Sagen wir es diplomatisch: Das waren zwei Jahre pure Prügel. Das Problem war, dass wir die Software leider sehr gut verkauft hatten. Es gab nur einen Haken: Nichts lief! Weder das Betriebssystem von Microsoft noch unsere Software. Es war ein einziges Abenteuer.

Doch wir haben uns durchgebissen. Die Euro-Einführung und das Jahr-2000-Millennium-Problem bescherten uns wieder ein extremes Wachstum. Anfang der Nullerjahre eroberten wir mit dem POS-System eine völlig neue Zielgruppe: die Kunden unserer Kunden, die Zahnärzte. Mit einem genialen Software-Mix und einem hochdynamischen Vertriebsteam feierten wir im neuen Jahrtausend fantastische Erfolge.

Blick nach vorn: Die nächste Generation steht bereit

Aber genug der Nostalgie. Bis heute entwickelt sich DATEXT absolut positiv. Ich bin unglaublich stolz darauf, dass wir in diesen 50 Jahren jede noch so schwere Krise sicher umschifft haben. Deutschland mag sich seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise befinden – aber wir sind kerngesund und feiern unser Jubiläum!

Der Generationswechsel bei DATEXT ist in vollem Gange. Wenn ich mich bei DATEXT umsehe, sehe ich ein perfektes Match: unglaublich viel wertvolle Erfahrung, aber ebenso viele junge, frische Gesichter. Die nächste Generation DATEXT steht schon in den Startlöchern.

Und das ist auch nötig. Wir dürfen uns niemals auf dem Erreichten ausruhen, sondern müssen weiterhin Vollgas geben. Wir sind umgeben von hungrigen, ehrgeizigen Start-ups und Gründern, die uns liebend gerne die Butter vom Brot nehmen würden. Aber ich sage: Nicht mit uns! Das lassen wir nicht zu.

Die Perspektiven stehen fantastisch. Mit dem Aufbau unserer beiden eigenen Rechenzentren haben wir das Fundament für die nächsten Jahrzehnte gelegt. Und mit unseren neuen Webapps für die Bereiche Dental, Handwerk und Zeiterfassung gehen wir ab nächstem Jahr den nächsten logischen Schritt: die Internationalisierung. Die neuen Produkte sind von der ersten Zeile Code an mehrsprachig aufgebaut. Die Welt wartet auf uns!

Ich bedanke mich ganz herzlich für Ihre/Eure Loyalität, Aufmerksamkeit, Treue und unermüdlichen Einsatz – und wünsche uns weitere erfolgreiche 50 Jahre!

Vielen Dank!

Alexander Koch

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